Eine Erfahrung aus meinem Arbeitsalltag
Echt jetzt? Niemand hebt ab.
In dieser kurzen, lehreichen Geschichte der trefflichen Kategorie möchte ich Ihnen zeigen, wie wichtig interne Kommunikation ist.
Vorweg: Diese Geschichte mag trivial erscheinen, ist jedoch tatsächlich passiert. Sie verdeutlicht mir, dass es sich lohnt, selbst im engsten Kollegenkreis darauf hinzuweisen, dass neue Mitarbeitende gesucht werden. Unternehmen investieren erhebliche Summen in das Recruiting, ebenso wie in die Einarbeitung neuer Mitarbeiter. Es ist auch kostspielig, Aufträge abzulehnen, weil das Team unvollständig ist. Daher sollte jedem bewusst sein, dass man gemeinsam an einer Mission arbeitet.
Ich wollte eigentlich nur behilflich sein.
Jeden Morgen, auf dem Weg ins Büro, komme ich an einem Unternehmen der Gartenbaubranche vorbei. Eines Morgens fiel mir ein auffälliges Plakat auf, das gut sichtbar an der Straße hing. Darauf wies das Unternehmen darauf hin, dass es neue Mitarbeiter sucht. Es wurden Vorteile wie „pünktlicher Feierabend“ und eine Telefonnummer zur Bewerbung angegeben.
Auch nach mehreren Wochen (und bis heute) hängt das Plakat noch immer aus. Mit unserem Team planten wir einen Recruiting-Workshop, zu dem wir bestehende Kunden und potenzielle Kooperationspartner einluden. In einem Meeting besprachen wir Details und luden unsere Kunden dazu ein. Am nächsten Morgen, auf dem Weg ins Büro, sah ich erneut das Plakat und entschied mich, das Unternehmen einzuladen. Im Büro angekommen, wählte ich die Telefonnummer des Plakats (die ich mittlerweile auswendig kannte). Niemand hob ab. Stunden später versuchte ich es erneut, wieder ohne Erfolg. Und das zog sich über Tage hin. Mein Bekannter konnte es nicht fassen.
Ich wollte nur helfen.
Ein Freund von mir arbeitet im Medienvertrieb und besucht mich regelmäßig auf eine Tasse Kaffee. Bei einem Besuch fragte er, woran ich gerade arbeite. Wir kamen schnell auf das besagte Unternehmen zu sprechen. Nach meinen Erzählungen war er genauso perplex wie ich, aber ergriff sofort die Initiative und wählte die Telefonnummer des Unternehmens. Richtig, niemand hob ab.
Einfach, aber wirkungsvoll: Es ist für jedes Unternehmen von Vorteil, wenn das gesamte Team darüber informiert wird, dass neue Mitarbeitende gesucht werden.
Am Abend klingelte mein Telefon.
Abends klingelte mein Telefon, und es war mein Freund. Er erzählte mir, dass ihn die Situation nicht losgelassen habe und er dem Unternehmen einen Besuch à la Kaltakquise abgestattet habe. Mein Bekannter berichtete, dass die Dame im Büro, die auch die Anrufe entgegennimmt, sehr freundlich auf seinen Besuch reagiert habe. Er wies darauf hin, dass er vorab angerufen habe, aber niemand ans Telefon gegangen sei. Und was glauben Sie, was die Antwort der Dame war? Sinngemäß sagte sie, dass es nicht immer möglich sei, Anrufe anzunehmen, da es aufgrund des Personalmangels viel zu tun gebe.
Ein Teufelskreis. Angenommen, Sie sind der Geschäftsführer dieses Unternehmens. Wie würden Sie reagieren? Was wäre, wenn ich oder mein Bekannter potenzielle Bewerber gewesen wären? An diesem Punkt verschwendet das Unternehmen Geld, und alle Marketingmaßnahmen verpuffen. Das ist äußerst ärgerlich! Eines der Lernziele aus dieser Geschichte ist für mich klar: Alle Berührungspunkte mit Bewerbern, in diesem Fall die Zentrale, müssen über die Dringlichkeit informiert sein oder in Bezug auf ihre Rolle im Rekrutierungsprozess geschult werden. Konkret: Nehmen Sie bei einer Bewerber-Hotline das Telefon ab.
Falls bei Ihnen im Unternehmen die Leitungen offen sind und Ihr HR ans Telefon geht, haben wir hier zusätzliche Recruitingtipps für das Servicecenter. Und hier noch wichtige Fähigkeiten, die Ihre Mitarbeitenden haben sollten.
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