Wie KI lernt
Künstliche Intelligenz lebt von Daten. Daten, die wir tagtäglich im Internet produzieren. Jede gestellte Frage bei ChatGTP, Gemini oder den Microsoft Copiloten füttert indirekt die KI. Es ist quasi fast unmöglich, im Internet zu interagieren, ohne dabei Daten zu generieren, die für das Training von KI eingesetzt wird. Doch was bedeutet das konkret für uns Nutzer? Und wie können wir bewusst mit unseren Daten umgehen?
Bewusster Umgang heißt in erster Linie wissen, wie bestimmte Prozesse ablaufen. Dafür ein Beispiel aus der Digitalwelt. Im letzten Jahr startete die Social-Media-Plattform Airchat, die nur auf Sprache basiert. Daten sind Sprachnotizen. Diese Sprachnachrichten, werden auch automatisch transkribiert und als Text in der App angezeigt. Solche Sprach-Daten eignen sich wunderbar zum Training von KI, und wird so auch in den Nutzungsbedingungen festgehalten. Gleiches macht X (ehemals Twitter) und nutzt Nutzerdaten zu Trainingszwecken seiner KI, genauer des Chatbots Grok.
Wie KI-Systeme aus Daten lernen
Wie die KI lernt ist ein mehrstufiger Prozess, der sich in die drei Hauptparadigmen von maschinellem Lernen aufteilen lässt:
- Supervised Learning (überwachtes Lernen mit beschrifteten Daten)
- Unsupervised Learning (nicht überwachtes Lernen für Mustererkennung)
- Reinforcement Learning (bestärkendes/verstärkendes Lernen durch direkte Interaktion)
Der Lernprozess ist ein iterativer und dynamischer Prozess, der von der Datenaufnahme bis zur Entscheidungsfindung stufenweise abläuft. Die KI ist also ständig am Lernen. Dies kann durch explizites Feedback geschehen (z. B. durch Nutzerbewertungen) oder indirekt durch die Analyse von Anfragen und Antworten. Wie im Screenshot zu sehen, nutzt u. a. ChatGTP Benutzereingaben, um das Modell aktiv zu verbessern (Reinforcement Learning).

Durch u. a. die Interaktion mit seiner Umgebung lernt die KI, was uns zur Frage kommen lässt, ob wir unsere Daten der KI einfach so zur Verfügung stellen sollten.
Geben wir der KI unsere Daten?
Ja, in gewisser Weise geben wir KI unsere Daten. Jedes Mal, wenn wir mit einer KI interagieren, generieren wir neue Daten, die potenziell in das System einfließen können. Selbst wenn Daten nicht direkt gespeichert werden, können Systeme aus Mustern lernen, welche Arten von Anfragen häufig gestellt werden. Und auch wenn der genaue Inhalt einer Anfrage nicht gespeichert wird, können anonyme Daten wie Häufigkeit oder Art der Anfragen genutzt werden.
Wie kann ich bewusster mit KI umgehen?
Das Bewusstsein der Menschen steigt, dass die von Ihnen generierte Daten im Internet für den Lernprozess bzw. zum Füttern der KI genutzt werden. Wer vermeiden möchte, dass seine Daten in die KI-Modellen fließen, kann einige Vorsichtsmaßnahmen treffen. Der offensichtlichste Ratschlag ist sicherlich, ChatGTP, Gemini oder Microsoft Copilot nicht zu nutzen.
Wie realistisch ist das aber? Letztlich nutzen wir Siri und Alexa für unseren Alltag und normalisiert den Umgang mit KI. Diese alltäglichen Spracherkennungssysteme oder andere Tools wie die Übersetzungsplattform DeepL tragen dazu bei, dass wir uns an die Nutzung gewöhnen. Sich darüber bewusst zu werden, was alles im Alltag KI-unterstützt ist, ist der erste Schritt in Richtung „AI Literacy“ (aka KI-Kompetenz).
Sie sollten in jedem Fall die Datenschutzeinstellungen und Datenschutzrichtlinie der genutzten KI sichten, um eine für Sie richtige Entscheidung zur Nutzung zu treffen. Im
- Prüfen Sie die Datenschutz-Einstellungen. Viele große KI-Anbieter wie Microsoft Azure haben klare Datenschutzrichtlinien. Azure AI beispielsweise speichert keine Nutzerdaten dauerhaft und bietet verschiedene Data Retention-Optionen an.
- Geben Sie nie sensible Daten ein. Private Daten sollten nie unbedacht in KI-Systeme eingegeben werden, besonders, wenn sie nicht lokal laufen. Einige KI-Modelle können lokal betrieben werden, ohne dass Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
- Seien Sie sich bewusst, dass selbst anonyme oder triviale Anfragen langfristig dazu beitragen können, KI-Modelle zu optimieren.
Was sollen Unternehmen machen?
Unternehmen müssen für den Umgang mit KI Guidelines und Strategien entwickeln. Das soll keineswegs den Einsatz von KI im Unternehmen verteufeln. Ganz im Gegenteil. Unternehmen ist daran gelegen, in KI-Kompetenz zu investieren (denn über den langfristigen Einsatz von KI sind sich Entscheidet einig).
Trotzdem geht es um einem bewussten Umgang. Eigene Wissensdatenbanken und eine geschulte und aufgeklärte Belegschaft sind der Schlüssel.
KI-Dienste bewusst nutzen
Künstliche Intelligenz lebt von Daten – und wir sind diejenigen, die sie liefern. Das bedeutet nicht, dass jede KI-Nutzung riskant ist, aber es erfordert ein bewussteres Nutzungsverhalten. Wer sich der Lernprozesse der KI bewusst ist, kann entscheiden, welche Daten er preisgibt und wie er KI-Dienste sicher nutzt. Denn letztlich gilt: Daten sind die Währung der digitalen Welt – und mit ihr sollten wir nicht leichtfertig umgehen.
Foto von Tim Mossholder auf Unsplash
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