Warnzeichen erkennen
Wer in der IT arbeitet und für den Service-Bereich zuständig ist, kennt das Problem: Die Fachabteilungen melden Anforderungen, Kunden beschweren sich über die mangelnde Erreichbarkeit, und plötzlich gibt es eine Schatten-IT-Lösung, die ohne Absprache mit der IT eingeführt wurde. Auch kann ein veraltetes oder ineffizientes Contact Center zu Problemen führen – und damit zu Frustration auf allen Seiten. Doch wie erkennt man frühzeitig, dass Handlungsbedarf besteht? In diesem Beitrag zeige ich Ihnen drei klare Warnsignale, auf die IT-Verantwortliche achten sollten.
1. Beschwerden über Erreichbarkeit und lange Wartezeiten
Das erste klare Warnsignal für IT-Verantwortliche ist das Kundenfeedback bzw. schlechte Kennzahlen aus Analysen und Berichten.
- Kunden klagen über lange Warteschleifen oder fehlende Rückrufe.
- Der Service meldet, dass viele Anfragen ins Leere laufen oder falsch weitergeleitet werden.
- Negative Bewertungen oder Beschwerden via Social Media häufen sich.

Die Lösung ist eine Contact-Center-Software, die aussagekräftige Analysen und Berichte erstellt. Dieses Dashboard können in einem Callcenter oder dem Kundenservice genutzt werden, um die Effizienz und Erreichbarkeit der Service-Teams zu analysieren (u. a. auch über Power BI).
Analyse der Anrufwarteschlangen
- Die Ansicht zeigt die Entwicklung der Anzahl der Anrufe in verschiedenen Warteschlangen.
- Die Y-Achse stellt die Anzahl der Anrufe dar.
- Die X-Achse zeigt das Datum.
- Es sind Peak-Zeiten (Analyse über die Heatmap) an bestimmten Tagen zu erkennen.
Die Tabelle bietet eine detaillierte Aufschlüsselung der Anrufstatistiken für verschiedene Warteschlangen:
- Gesamtanzahl der Anrufe: Anzahl der eingegangenen Anrufe in jeder Warteschlange.
- Beantwortete Anrufe: Wie viele Anrufe tatsächlich entgegengenommen wurden.
- Verlorene/Aufgelegte Anrufe: Anzahl der Anrufe, die abgebrochen oder vom Anrufer aufgelegt wurden.
- Durchschnittliche Gesprächszeit: Die durchschnittliche Dauer eines Gesprächs.
- Durchschnittliche Wartezeit: Wie lange Anrufer im Durchschnitt warten mussten.
- Maximale Wartezeit: Die längste Wartezeit, die ein Anrufer in einer Warteschlange hatte.
Was sagt uns die Analyse der Warteschlange?
- Einige Warteschlangen haben deutlich mehr Anrufe als andere.
- Die durchschnittliche Wartezeit variiert stark – bei manchen Warteschlangen nur wenige Sekunden, bei anderen über eine Stunde.
- Es gibt Muster in den Anrufspitzen (Peak-Zeiten) – An bestimmten Tagen (z. B. Anfang, Mitte und Ende des Monats) gibt es einen signifikanten Anstieg.
Das bestehende Contact Center kann die Last nicht mehr bewältigen – entweder durch unzureichende Skalierung, fehlende Automatisierung oder veraltete Technik. Moderne Lösungen setzen auf KI-gestützte Anrufsteuerung, Self-Service-Angebote oder Omnichannel-Kommunikation, um die Erreichbarkeit zu verbessern.
2. Hohe Belastung und ineffiziente Prozesse in der Fachabteilung
Das zweite klare Warnsignal für IT-Verantwortliche sind Feedback und Rückläufe aus der Fachabteilung.
- Mitarbeitende sind überfordert, weil manuelle Prozesse zu viel Zeit kosten.
- Der Wechsel zwischen verschiedenen Systemen erschwert die Bearbeitung von Kundenanfragen.
- Der Zugriff auf relevante Kundendaten ist kompliziert oder gar nicht vorhanden.

Die Lösung ist eine moderne Contact-Center-Software mit einer intuitiven Anruf- und Warteschlangenverwaltung, der CRM-Integration und der Ansicht der Kundenhistorie. Agenten werden effizient durch das System unterstützt, indem relevante Informationen direkt abrufbar sind. Genauer sieht das so aus:
Benutzeroberfläche Contact Center für Agents
- Zu sehen ist die Benutzeroberfläche vom Contact Center, über die eingehende Anrufe verwaltet werden.
- Links gibt es eine Übersicht über die aktuelle Warteschlange; darunter die aktuelle Chat-Warteschlange z. B. aus WhatsApp.
- Der mittlere Bereich zeigt den aktiven Anruf, der derzeit bearbeitet wird.
Aktiver Anruf (Mitte)
- Der Anrufer „TelefonTest Pfalzcloud“ wird in der Mitte angezeigt.
- Die Telefonnummern wird sichtbar angezeigt.
- Statusinformationen wie die Dauer des Anrufs (z. B. 00:50 Sekunden Gesprächszeit) und die Wartezeit (0:00) werden angezeigt.
- Unten im aktiven Anruf gibt es Elemente zur Anrufsteuerung (Anruf beenden, halten, und weiterleiten).
Agent Assist (rechter Bereich)
- Unterstützt den Agenten mit Informationen zum aktuellen Anrufer.
- Details zu Telefonnummern, E-Mail-Adresse, Adresse und Benutzerdefinierte Felder sind sichtbar.
- CRM-Optionen sind vorhanden, um entweder das CRM zu öffnen oder eine E-Mail zu senden.
- Am unteren rechten Bereich gibt es eine Klassifizierungsoption.
- Eine mögliche Stimmungsanalyse ist integriert.
Historie der letzten Interaktionen (Rechts)
- Eine Liste mit vorherigen Anrufen dieses Kontakts.
- Enthält Datum/Uhrzeit der Anrufe, Telefonnummern und Agentenamen, die die Anrufe bearbeitet haben.
Was das bedeutet: Wenn die Arbeitsbelastung steigt, ist das oft ein Zeichen für fehlende Systemintegration oder mangelnde Automatisierung. Eine einheitliche, cloudbasierte Contact-Center-Plattform, die sich nahtlos mit CRM- und ERP-Systemen verbindet, kann Abhilfe schaffen.
3. Technische Probleme oder unkontrollierte Schatten-IT
Das dritte klare Warnsignal für IT-Verantwortliche sind technische Probleme der veralteten Software.
- Das Contact Center stürzt ab oder hat häufige Performance-Probleme.
- Skalierung ist schwierig, besonders bei hohem Anrufaufkommen.
- Die Fachabteilung setzt eigenständig eine Software ein, die nicht mit der bestehenden IT harmonieren.
Was das bedeutet: Wenn sich Mitarbeitende aus der Fachabteilung gezwungen fühlen, eigenständig IT-Lösungen zu beschaffen, hat die IT die Warnsignale nicht rechtzeitig interpretiert. Schatten-IT birgt Sicherheitsrisiken, erhöht Kosten und erschwert den Support. Ein modernes Contact Center muss flexibel genug sein, um auf neue Anforderungen zu reagieren – aber immer in Abstimmung mit der IT-Abteilung.
Fazit: Frühzeitig handeln, statt hinterherzulaufen
Wenn Sie als IT-Verantwortlicher eines oder mehrere dieser Warnsignale erkennen, ist es an der Zeit, aktiv zu werden. Die gute Nachricht: Moderne Contact-Center-Technologien bieten Lösungen für all diese Herausforderungen.
- Suchen Sie den Austausch mit der Fachabteilung und analysieren Sie konkrete Herausforderungen.
- Prüfen Sie bestehende Prozesse auf Schwachstellen und identifizieren Sie Verbesserungspotenziale.
- Evaluieren Sie die Einführung einer skalierbaren, integrierbaren und sicheren Contact-Center-Lösung.
Denn eins ist sicher: Wer zu lange wartet, riskiert nicht nur ineffiziente Abläufe, sondern auch, dass die Fachabteilung sich ihre eigene IT beschafft – und das wird langfristig teurer und komplizierter.
Foto von Bernard Hermant auf Unsplash
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